Bundespräsident Dr. Heinz Fischer besuchte die Gemeinde Neuhaus

(25.04.2015)

Zwei Eröffnungen wurden am 25. April 2015 von Bundespräsident Heinz Fischer in der Gemeinde Neuhaus vorgenommen. In Schwabegg öffnete das „Haus der Kultur/Hiša kulture“ des Katholischen Kulturvereins Drava/Katoliško prosvetno društvo Drava offiziell seine Pforten, in Neuhaus das erweiterte Museum Liaunig. In Begleitung von Landeshauptmann Peter Kaiser besuchte der Bundespräsident außerdem in Schwabegg das Had’nzentrum sowie in Pudlach das Seniorenzentrum Neuhaus.

„Ich habe in Ihrer Gemeinde viel Schönes, Erfreuliches, Interessantes und Angenehmes erlebt“, sagte der Bundespräsident im Haus der Kultur/Hiša kulture. Es mache ihm Freude, da zu sein. Fischer gratulierte dem 105 Jahre alten Kulturverein zu seiner imposanten Tradition und dazu, dass er so lebendig und aktiv sei und viele junge Mitglieder habe.

Landeshauptmann Kaiser hielt seine Grußworte auf Deutsch und Slowenisch. Er wünschte dem Kulturverein und den Menschen in Schwabegg viel Freude am neuen Kulturhaus. Es sei ein zukunftsweisendes Zeichen für das gute Miteinander in Kärnten.

Kulturvereinsobmann Lenart Katz konnte bei der Eröffnung u.a. den Neuhauser Bürgermeister Gerhard Visotschnig, Spitzendiplomat Valentin Inzko, Sloweniens Generalkonsulin Dragica Urtelj, Bezirkshauptmann Gert Klösch und Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß begrüßen. Bei der Eröffnung wirkten Gruppen und Vereine der Gemeinde mit, die Segnung erfolgte durch Pfarrer Simon Wutte und Dechant Ivan Olip.

Das nunmehrige „Haus der Kultur“ ist ein mehr als 200 Jahre altes Gebäude, in dem u.a. das Gemeindeamt der Altgemeinde Schwabegg untergebracht war. Es ist für Konzerte, Vernissagen und Proben ebenso geeignet wie für Vorträge, Kochkurse, Seminare und private Feierlichkeiten. Rund 100 Personen finden im 120 Quadratmeter großen Veranstaltungssaal Platz. Die Finanzierung des Hauses haben die Posojilnica Bank Bleiburg/Pliberk, die das Haus an den Katholischen Kulturverein Drava verkaufte, das Land Kärnten, das Bundeskanzleramt, der Rat der Kärntner Slowenen, die Gemeinde Neuhaus/Suha sowie viele private Spender ermöglicht.

Bei der Ansprache im von vielen geladenen Ehrengästen besuchten und nunmehr erweiterten Museum Liaunig erinnerte der Bundespräsident an die Eröffnung vor sieben Jahren, die auch schon durch ihn erfolgte. Er freute sich, dass im Museum keine Ermüdungserscheinungen festzustellen seien, ganz im Gegenteil, es sei viel Freude spürbar und man feiere sogar eine Erweiterung. Fischer sagte, dass man im Museum Liaunig hervorragende Akzente setze. Er erinnerte an die Verbrennung von Büchern und die Vernichtung wertvoller Kunst in der Zeit des Nationalsozialismus. Dadurch sei ein Tiefpunkt, ein Vakuum entstanden, das sich erste wieder mit neuen Ideen und Werken neuer Künstler füllen musste. Diese Nachkriegskunst werde von der Familie Liaunig sehr sachgerecht und geordnet gesammelt, sie werde nicht als reines Privateigentum angesehen, sondern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. „Es ist sehr wertvoll, was Sie hier tun“, dankte der Bundespräsident. In seiner Rede würdigte er aber auch den kürzlich verstorbenen Künstler Giselbert Hoke, dessen Begräbnis heute stattfindet.

Der Hausherr und Industrielle Herbert Liaunig erklärte, dass man das Museum in acht Monaten Bauzeit um fast 50 Prozent auf nunmehr 8.000 Quadratmeter erweitert habe. Das aus bisher vier markanten Baukörpern bestehende Museum wurde um einen dreieckigen Bau ergänzt, in dem ein Sonderausstellungsraum mit anschließendem Atrium, weitere Depotflächen und zwei unterirdisch gelegene Ausstellungsräume untergebracht sind. Die mit dem österreichischen Museumspreis ausgezeichnete Einrichtung verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen österreichischer Kunst seit 1945. „Wirklichkeiten“ nennt sich die aktuelle Kunstschau in der großen Halle, die mit Arbeiten von Peter Pongratz, Martha Jungwirth, Kurt Kocherscheidt, Wolfgang Herzig, Robert Zeppel-Sperl und Franz Ringel eine wesentliche Gruppierung der österreichischen Nachkriegskunst zeigt. Im neuen Raum für Sonderausstellungen sind 17 Gemälde und vier Aquarelle des irischen Künstlers Sean Scully zu sehen. Über die beiden Ausstellungen informierten die Kuratoren Hans Peter Wipplinger und Peter Baum. Eine besondere Erinnerung an die Neueröffnung des Museums stellt die von der Österreichischen Post aufgelegte Sonderbriefmarke dar.