Beginn der Kanalbautätigkeiten in Pudlach

Neuhaus

Liebe GemeindebürgerInnen, liebe Pudlacher OrtsbewohnerInnen!

In der Sitzung des Gemeinderates vom 19.11.2013 wurden die Baumeisterarbeiten an die Firma Mandlbauer Bau GmbH, Albrechtstraße 14, 8344 Bad Gleichenberg mit einer Gesamtsumme von € 1.598.206,95 vergeben. Der diesbezügliche Werkvertrag wurde mit Gemeinderatsbeschluss vom 07.05.2014 abgeschlossen.

Die Bauarbeiten beginnen am 26. Mai 2014 im Bereich der Lavamünder Draubrücke. Hinsichtlich des genauen Trassenverlaufes werden die betroffenen Grundeigentümer im Vorfeld kontaktiert werden, um gemeinsam die Feintrassierung vorzunehmen. Entsprechende Einladungen werden zeitgerecht ergehen.

Wir bitten alle Anrainerinnen um Kenntnisnahme und Verständnis für die mit den Arbeiten verbundenem Arbeitslärm, der Staubentwicklung ....
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das Gemeindeamt Neuhaus, Tel: 04356/2043-0.

Finanzierung:
Der Gemeinderat der Gemeinde Neuhaus hat in seiner Sitzung vom 13.05.2013 den Finanzierungsplan für den Bau der Abwasserbeseitigungsanlage Neuhaus – Bauabschnitt 01 – beschlossen. Folgende Finanzierung ist vorgesehen und wurde vom Amt der Kärntner Landesregierung genehmigt:

Anschlussgebühren:                                                                      €    346.800,00
Darlehen Landesfonds (Rückzahlung beginnt nach 25 Jahren):       €    304.000,00
Darlehen (Rückzahlung aus Bundesförderung):                              €    689.000,00
Normales Bankdarlehen                                                               €    420.200,00
Investitionssumme:                                                                        € 1,760.000,00

Zusätzlich sind noch Mittel in Höhe von € 285.000,00 vorsehen, welche für Straßensanierungen im Baubereich vorgesehen sind. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch Bedarfszuweisungen des Landes und geht somit nicht zu Lasten des Kanalbaues.

Kanalanschlussgebühren
Der Bescheid betreffend die Kanalanschlussgebühren wird in den nächsten Wochen ergehen. Die Mitteilung über die Höhe der Gebühren konnte jenen Eigentümern bereits übermittelt werden, welche keine Berufung gegen den Anschlussbescheid eingebracht haben. In Einzelfällen werden auch noch Nacherhebungen erforderlich sein.


Behandlung der Berufungen gegen die Kanalanschlussbescheide
Derzeit sind noch rund 60 Berufungen gegen die im November 2013 erlassenen Kanalanschlussbescheide unerledigt. Der Gemeindevorstand als Berufungsbehörde hat die Berufungen in der Sitzung vom 17.02.2014 behandelt und mit Mehrheit einen Beschluss gefasst, wonach allen Einsprüchen stattzugeben wäre. Der Beschluss wurde jedoch vorläufig durch den Bürgermeister nach den Bestimmungen der Kärntner Allgemeinen Gemeindeordnung gehemmt, da auch von der Aufsichtsbehörde des Landes Kärnten die Ansicht vertreten wird, dass es sich um einen Beschluss gegen die geltenden Gesetze und gegen die dazu ergangenen oberstgerichtlichen Entscheidungen handelt. Eine Befreiung von der Anschlusspflicht wäre nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen möglich, die jedoch derzeit von praktisch keinem Berufungswerber erfüllt werden.

 

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ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Mit Richtlinie des Rates der Europäischen Gemeinschaften vom 21.05.1991 (91/271/EWG) über die Behandlung von kommunalem Abwasser, wurden alle Mitgliedstaaten verpflichtet dafür Sorge zu tragen, dass ALLE Gemeinden bis 31.12.2000 bzw. 31.12.2005 mit einer Kanalisation ausgestattet werden.

 

Das Land Kärnten hat in der Folge gemäß Kärntner Gemeindekanalisationsgesetz (K-GKG) diese Richtlinie des Rates auch umgesetzt. Laut diesem Gesetz haben die Gemeinden alle Maßnahmen und Handlungen zu setzen, die zur Erreichung der Sicherstellung der Finanzierung, der Planung und der Errichtung der Kanalisationsanlagen erforderlich sind.
§ 1 Abs. 4 dieses Gesetzes besagt, dass wenn Kanalisationsanlagen in mehreren geschlossenen Siedlungen zu errichten und zu betreiben sind, die Gemeinde ein Abwasserrahmenkonzept zu erstellen hat, welches die Reihenfolge der Planung und der Errichtung der Kanalisationsanlagen bestimmt. Bei der Erstellung des Abwasserrahmenkonzeptes ist auf die örtlichen Verhältnisse, wasserwirtschaftlich besonders geschützte Gebiete sowie auf die vorhandene Bebauung, auf die nach dem Flächenwidmungsplan oder Bebauungsplan zu erwartende künftige Bebauung und auf die nach der Art der Bebauung zu erwartenden anfallenden häuslichen Abwässer sowie auf die Grundsätze der Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit Bedacht zu nehmen.

Nach zahlreichen und umfassen Abwasserstudien und Variantenuntersuchungen

  • Studie Abwasserbeseitigung Neuhaus des Planungsbüros BM Ing. Ernst Zlattinger vom 4.2.1991
  • Abwasserentsorgungskonzept Neuhaus des Dipl.-Ing. Herbert Serno vom 31.8.1998
  • Studie Abwasserbeseitigungsanlage Neuhaus des Dipl.-Ing. Oberressl & Partner ZT-Ges.m.b.H. vom 28.08.2003
  • Variantenuntersuchung ABA Neuhaus des Büros Oberressl & Kantz ZT-GmbH. vom 12.12.2005, deren Überarbeitung vom September 2008
    sowie zuletzt
  • der Variantenuntersuchung der Heidinger & Schwarzl Ziviltechniker GmbH. vom 06.05.2010

wurde in der Folge vom Gemeinderat der Gemeinde Neuhaus mehrheitlich die Umsetzung der Abwasserbeseitigungssituation durch Ableitung aller Abwässer aus der Gemeinde Neuhaus zur Gemeinde Lavamünd und Reinigung der Abwässer in der bestehenden ARA Lavamünd beschlossen, da diese Variante die volkswirtschaftlich günstigste Lösung darstellt und somit auf die Grundsätze der Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit, lt. den gesetzlichen Bestimmungen, Bedacht nimmt.


Variantenberechnung sowie
Variante 5 u. volkswirtschaftliche Betrachtungsweise
der Variantenuntersuchung der Heidinger & Schwarzl Ziviltechniker GmbH. vom 6.5.2012
Es besteht weiters die Möglichkeit, während der Amtsstunden in die Studie Einsicht zu nehmen.

Zufolge der Ergebnisse der Variantenuntersuchung hat auch das Amt der Kärntner Landesregierung nach Überprüfung festgestellt, dass - nach den Förderungsrichtlinien für die kommunale Siedlungswasserwirtschaft - die Variante des Großkanals die einzig förderungsfähige Lösung darstellt.

Unsere Pflicht ist es, bis Jahresende 2015 in sämtlichen Entsorgungsbereichen Kanalisationsanlagen zu errichten und zu betreiben. Nach 2015 dürfen Hauskläranlagen, die nicht dem Stand der Technik entsprechen, nicht mehr betrieben werden (dazu zählen auch 3-Kammer-Kläranlagen). Ab 2016 gibt es – außer dem Kanal – nur noch die Möglichkeit, entweder über eine nachweislich dichte Senkgrube oder eine vollbiologische Kleinkläranlage (wasserrechtliche Bewilligung erforderlich!) die häuslichen Abwässer zu entsorgen. Senkgrube wie Kleinkläranlage sind vom Hauseigentümer zu finanzieren.

Beispielberechnung einer Senkgrubenräumung:
Für 1 Einwohner werden lt. ÖNORM 150 lt./Tag an Abwasser berechnet. 
Für eine Liegenschaft mit 4 Einwohnern fallen im Monat  150 x 4 x 30  = 18 m³ Schmutzwasser an.  Eine Senkgrube mit 18 m³ muss monatlich entsorgt werden.  An Entleerungskosten würden daher € 456,40 (An- und Abfahrt € 82,50, Entleerung für 1 Std. € 126,50, Entsorgung € 247,50) monatlich!! anfallen.
Die Kosten der Errichtung einer Senkgrube belaufen sich auf etwa € 6.000,00.

Im Gegenzug dazu beträgt die Anschlussgebühr an das öffentliche Kanalnetz je Bewertungseinheit € 2.543,55. Für ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 140 m² würde die Anschlussgebühr daher € 3.560,90 betragen (€ 2.543,55 x 1,4).

INFORMATIONSPAPIER zur Realisierung der Kanalisation  Download


Betreffend des Bauabschnittes 03 (Schwabegg, Bach, Leifling) wird darauf hingewiesen, dass  Landesrat Rolf Holub der Kanalplattform Schwabegg die  Erstellung einer weiteren Variantenuntersuchung für diesen Bauabschnitt zugesichert hat. Mit der Erstellung dieser Studie wurde in der Zwischenzeit die Firma AWV Umwelttechnik GmbH., DI Thomas Pötsch, beauftragt.

 

 Wasser ist unser Lebensmittel Nummer 1
Täglich nutzen wir auf die selbstverständliche Art und Weise unsere Natur ohne uns der glücklichen Lage bewusst zu sein, in der wir uns befinden. Umso mehr sind wir uns – vor allem aber unseren nachfolgenden Generationen – verpflichtet, die Qualität unserer Umwelt zu erhalten und zu schützen.
Einer der wichtigsten Bereiche dieses Bestandteiles der Daseinsvorsorge stellt dabei eine geordnete und flächendeckende Abwasserentsorgung unserer Gemeinde dar.