INFORMATION für Objekte, die nicht im Pflichtbereich der Abwasserbeseitigungsanlage Neuhaus liegen

Wie bereits im Gemeindeinformationsblatt 5/2015 vom April 2015 mitgeteilt wurde, besteht auch für Siedlungsbereiche, in denen kein Anschluss an das öffentliche Kanalisationsnetz möglich ist, spätestens seit 01.01.2016 die Verpflichtung der Entsorgung des häuslichen Abwassers nach dem Stand der Technik. Da dem Amt der Kärntner Landesregierung bereits die Adressen der betroffenen Objekte übermittelt werden mussten, ist damit zu rechnen, das seitens der Wasserrechtsbehörde Kontrollen durchgeführt werden.

Häusliche Abwässer außerhalb des Pflichtbereiches einer öffentlichen Abwasserbeseitigungsanlage werden dann nach dem Stand der Technik und damit ordnungsgemäß entsorgt, wenn sie in einer

  •  vollbiologischen Kleinkläranlage gereinigt werden
  •  nachweislich dichten Senkgrube gesammelt und anschließend in eine dafür geeignete öffentliche Kläranlage zur Reinigung gebracht werden (Nachweis mittels Wartungsbuch erforderlich)


Landwirtschaftliche Betriebe können die häuslichen Abwässer mit Jauche und Gülle vermischt für Düngungszwecke auf ihre landwirtschaftlichen Flächen ausbringen, wenn dafür die Voraussetzungen erfüllt sind (§ 7 Gemeindekanalisationsgesetz). Diese Voraussetzungen betreffen die Anzahl der Großvieheinheiten, die bewirtschaftete Fläche sowie die Anzahl der im Haus lebenden Personen. Ob die Bedingungen erfüllt sind, wird nach Antragstellung von einem landwirtschaftlichen Sachverständigen in jedem Einzelfall geprüft. Der Antrag wäre beim Gemeindeamt zu stellen. Die Bewilligung kann für höchstens 5 Jahre gewährt werden


Förderung von biologischen Kleinkläranlagen
Die Förderung der Errichtung von biologischen Kleinkläranlagen besteht aus einer Landesförderung und einer gleich hohen Bundesförderung. § 7 Ziffer 5. der Förderrichtlinien 2016 des Kärntner Wasserwirtschaftsfonds beschreibt die Landesförderung von Einzelanlagen zur Abwasserentsorgung bis 50 EW folgend:

(5) Einzelanlagen zur Abwasserentsorgung bis 50 EW - Pauschalförderung
Für Einzelanlagen zur Abwasserentsorgung bis 50 EW wird eine Basisförderung mit Pauschalsätzen, abhängig von den errichteten Anlageteilen und unabhängig von den förderungsfähigen Baukosten, gewährt: € 700,-- für Abwasserreinigungsanlagen bis 4 EW und zusätzlich € 75,-- für jeden weiteren EW.

Voraussetzung ist, dass der Förderantrag bei Neuerrichtung von Anlagen bis spätestens 31.12.2016 dem regional zuständigen Amt für Wasserwirtschaft der Abt 8 vorgelegt wird. Förderungsvoraussetzung ist auch die Gewährung einer Bundesförderung in gleicher Höhe.

Die Summe der von Bund und Fonds gewährten Förderungsmittel darf nicht höher sein als 50% des Betrages, welcher durch Firmenrechnungen nachgewiesen werden kann.

Förderungen können nur für Anlagen zur biologischen Abwasserreinigung, welche dem WRG§ 12 a (1) – Stand der Technik – entsprechen, gewährt werden. Als Einzelanlagen im Sinne dieser Richtlinien gelten – analog zu den Bestimmungen der Bundesförderung – Abwasserentsorgungsanlagen für bis zu 4 Objekte, sofern die Wirtschaftlichkeit der Anlage durch eine Variantenuntersuchung nachgewiesen ist. Als Grundlage für die Variantenuntersuchung ist das Berechnungsmodell des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung, in der jeweils gültigen Fassung, heranzuziehen.


Für eine Anlage mit 8 EW würde somit folgende Berechnung gelten:


Pauschalförderung (4 EW):                            €     700,00
Zusatzförderung für weitere EW: 4 x 75,00    €     300,00

Summe der Landesförderung:                        €  1.000,00
Gleich hohe Förderung des Bundes:              €  1.000,00

Gesamtförderung demnach:                         € 2.000,00

     

Wollen Sie die Förderung in Anspruch nehmen, so ist es wichtig, folgende Punkte unbedingt zu beachten:

  •  Erstellung eines Projektes durch einen befugten Unternehmer (Ziviltechniker, Technisches Büro, Planender Baumeister…) . Das Projekt hat auch eine Variantenuntersuchung zu enthalten, aus der hervorgeht, dass das Projekt die beste Variante darstellt (Berücksichtigung von mehreren Objekten im Nahbereich!)
  •  Einreichung des Projektes zur wasserrechtlichen Bewilligung des durch die Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt
  •  Einreichung zur Förderung des Projektes zusammen mit der wasserrechtlichen Bewilligung beim Amt der Kärntner Landesregierung – Abteilung 8
  •  Einhaltung der vergaberechtlichen Vorschriften ???
  •  Baubeginn erst nach Freigabe durch die Förderstelle (Abteilung 8)
  •  Bauabwicklung durch befugte Unternehmen
  •  Detaillierte Endabrechnung der angelaufenen Investitionen unter Vorlage sämtlicher Rechnungen und Zahlungsnachweise bei der Förderstelle (Abteilung 8)

 


Links:

Kärntner Gemeindekanalisationsgesetz (K-GKG):
http://www.ris.bka.gv.at/Lr-Kaernten/
Geben Sie dann im Feld „Titel, Abkürzung“ folgendes ein: K-GKG

Förderrichtlinien des Landes Kärnten:
http://www.ktn.gv.at/143374_DE-Abteilung_8-Foerderungen_
Suchen Sie hier weiter:
~ Förderung Siedlungswasserwirtschaft  ~…zu den Formularen und weiterführenden Informationen

Förderrichtlinien des Bundes:
https://www.umweltfoerderung.at/privatpersonen.html
Suchen Sie hier weiter:
~ Wasser ~ Einzel-Abwasserbeseitigung (bis 50 EW)