In Gedenken an Rosina Slamanig

trauerschleife

Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb kürzlich im 87. Lebensjahr Rosina Slamanig, Gattin von OSR Kaspar Slamanig aus St. Paul.

Die Verstorbene wurde als eines von neun Kindern in Pausendorf bei Knittelfeld im Jahre 1923 geboren. Rosina Slamanig wuchs mit ihrer Familie in ärmlichsten Verhältnissen auf und schon als Kind leistete sie ihren Beitrag zur Ernährung der vielen Personen im Haushalt, indem sie in der heimatlichen Umgebung bei Bauern Nahrungsmittel erbettelte.

Dieses aus der Not geborene Organisationstalent und ihre daraus resultierende soziale Einstellung gegenüber Hilfsbedürftigen, prägten dann auch ihr gesamtes Leben. Für Rosina Slamanig galt es immer, für andere da zu sein und sich selbst dabei in den Hintergrund zu stellen. Als 14-jähriges Mädchen wurde sie nach Deutschland in eine Spinnerei abkommandiert, wo sie ihr Faible für alle Arten von Handarbeiten herleitete. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete sie als Sekretärin in einem Lazarett in Klagenfurt, wo die bildhübsche junge "Rosl" den aus St. Veit stammenden und auf Fronturlaub weilenden Diplomingenieur Kaspar Slamanig kennen und lieben lernte und schließlich im Jahre 1944 ehelichte.

66 Jahre lang führte das Paar eine vorbildliche Ehe und die drei aus dieser Verbindung entsprossenen Kinder erzog die Mutter mit großer Liebe, stets führender und unterstützender Hand, zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft. Alle drei traten, dem Vorbild des Vaters folgend, der nach dem Krieg die Lehramtsprüfung ablegte, zwei Jahre in Greutschach und danach bis zum Jahre 1981 als Volksschuldirektor in  Neuhaus tätig war, eine pädagogische Laufbahn an. Roswitha als im Ruhestand befindliche Schulrätin, Alexander als Direktor der Hauptschule Lavamünd und Hofrat Beatrix Dagmar Thalhammer, die das Lichtenfelsgymnasium in Graz als Direktorin leitet.

In Neuhaus, wo die Familie Slamanig ihre neue Heimat gefunden hatte, unterstützte Rosina Slamanig ihren Gatten während seiner 16-jährigen Tätigkeit als Bürgermeister tatkräftig und entwickelte mit ihm gemeinsam die Gestaltung des gelungenen Dorfplatzes. Einige Jahre unterrichtete sie das Fach Hauswirtschaft und Mädchenhandarbeit in der Volksschule Neuhaus und sorgte daneben, in noch nicht ganz einfachen finanziellen Jahren, mustergültig für ihren Gatten und ihre drei Kinder, denen das Ehepaar eine profunde schulische Ausbildung zukommen ließ. Rosina Slamanig war ein handarbeitliches Universalgenie, eine vorbildliche Gattin und Mutter und eine gebildete, angesehene Dame.

Die Verabschiedung der Verstorbenen fand ihrem Wunsch gemäß, im engsten Familienkreis und in aller Stille statt. Diakon Josef Darmann leitete die einfühlsame Trauerfeierlichkeit.

 

Die Gemeinde Neuhaus wünscht den Hinterbliebenen viel Kraft in der schweren Zeit der Trauer.